The Barrowlands – Blight
Der Wind, der über die Barrowlands peitscht, trägt nicht mehr den Duft von Freiheit, sondern den metallischen Geschmack von Blut und die aschige Schwere verbrannter Hoffnung. Während der Friedensverhandlungen zerbrachen nicht nur Mauern wie die von Buckwheat Castle, sondern auch die alten Gewissheiten. Wo einst Banner stolz im Wind wehten, herrscht nun das Misstrauen. Während Lord Dragen versucht, seinen wackeligen Thron zu festigen, blicken die Augen des Nordens voller Unruhe gen Westen: Marschkolonnen des Hauses Locke of the Barrowlands tragen ihre violetten Banner in Richtung Saltfort, um Licht in das Schweigen zu bringen, das über der Festung des Hauses Dragen liegt.
Doch während die Lords ihre Klingen schärfen und die Soldaten in den staubigen Marschschritt verfallen, kriecht eine lautlose Bedrohung über die Felder. Blight, die Fäule, nährt sich von der Schwäche des Landes. Der kommende Winter verspricht keine Ruhe, sondern den nackten Hunger. Das Korn auf den Feldern verdirbt, gesalzene Felder tragen keine Frucht und die Vorratskammern bleiben erschreckend leer.
Und doch regt sich inmitten des Verfalls der Wille zum Überleben. Trotz der Zerstörung von Buckwheat Castle und der Not des Volkes wird das Erntefest nicht abgesagt. Es findet eine neue Zuflucht auf Thistlecraig, der stolzen Burg des Hauses Uppershield. In einer Geste, die in den Barrowlands für reichlich Flüstern sorgt, hat Lord Perk dieses Lehen an das Haus Locke of Oldcastle übergeben. Ein Geschenk, dessen wahre Gründe noch im Verborgenen liegen. Doch für diesen einen Moment zählen keine politischen Ränkespiele. Zwischen den hohen Mauern von Thistlecraig entzünden die Menschen der Barrowlands die Feuer des Erntefestes, um der Dunkelheit zu trotzen und zu beweisen: Solange wir gemeinsam feiern, ist das Land noch nicht verloren.
Mit Blight setzen wir die Geschichte der Barrowlands fort und bespielen die direkten Konsequenzen der Ereignisse auf Downfall. Während bei der letzten Veranstaltung die Friedensverhandlungen und das diplomatische (sowie militärische) Aufeinandertreffen der großen Häuser im Zentrum standen, verschiebt sich der Fokus nun auf das Überleben in einem gezeichneten Land.
Blight ist weder eine klassische Hofhaltungs- noch eine Schlachten-Con. Wir bespielen eine Situation der Ungewissheit und des Mangels: Die Taten während des Krieges haben große Teile der Ernte vernichtet, gleichzeitig scheint eine Art „Fäule“ das Korn zu bedrohen, und der nahende Winter sorgt für eine angespannte Stimmung unter Adel, Soldaten und einfachem Volk gleichermaßen.
Der mühsam ausgehandelte Frieden ist brüchig. Während Truppen des Hauses Locke in Richtung der schweigenden Burg Saltfort marschieren, versuchen die anderen Häuser, ihre Positionen in einer instabilen neuen Ordnung zu sichern. Das Erntefest auf Thistlecraig dient als zentraler Aufhänger, um alle Fraktionen, von Lord & Lady bis zum einfachen Knecht, an einem Ort zusammenzubringen. Es ist ein Spielangebot, das Raum für diplomatische Ränke, religiöse Spannungen und das soziale Miteinander bietet.
Es geht uns um das Bespielen der „kleinen Leute“ und des Gefolges ebenso wie um die Entscheidungen der Anführer. In einer Welt, in der das Essen knapp wird und die Schatten länger werden, zählt jeder Verbündete – und jeder Verrat wiegt doppelt schwer.